– Note #8 – November 2025 –
„We ask ourselves, ‘Who am I to be brilliant?’
Actually, who are you not to be?“C. JoyBell C.
Kennst du dieses Gefühl auch?
Mal ehrlich… geht es dir auch manchmal so, dass du dein eigenes Licht eher dimmst als anknipst? Dass du dich fragst, ob du wirklich gut genug bist, um etwas Großes zu tun? Oder dass du — mitten von etwas, das dir eigentlich gelingt — plötzlich denkst: „Wer bin ich eigentlich, das zu machen?“.
Ich ertappe mich immer wieder dabei. Obwohl ich Yogaplus seit vielen Jahren mit viel Liebe, Herzblut und Verantwortung leite und obwohl wir gewachsen sind, ein wunderbares Team haben und so viele Menschen Woche für Woche diesen Ort füllen.
Und trotzdem gibt es diese Momente, in denen ich mich kleiner mache, als ich bin. In denen ich an mir zweifle, obwohl ich es besser weiß. Manchmal sogar trotz aller Erfahrung, Ausbildung und Rückmeldungen.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl, dieses leise „Wer bin ich…?“, das nicht wirklich gefragt sein möchte, sondern eher zurückhält. Es gibt ein Wort dafür: Imposter Syndrome (Hochstapler-Syndrom). Ein Gefühl, das vor allem die trifft, die Verantwortung ernst nehmen, die Qualität wichtig finden und die mit Herz arbeiten.
Das Imposter-Syndrom bedeutet nicht, etwas tatsächlich nicht zu können. Es bedeutet, dass wir unsere eigenen Fähigkeiten durch eine Lupe betrachten — jede Kleinigkeit wird dann riesig, während wir die Stärken anderer aus der Ferne betrachten und sie glänzen sehen. Es ist dieses Missverhältnis zwischen innerem Zweifel und äußerer Realität.
Und ja — es hat auch bei mir ganz konkret eine Rolle gespielt, als ich mich mit den Preisänderungen für 2026 auseinandergesetzt habe. Ich habe gerungen, gezögert, gehadert. Nicht, weil ich unser Angebot nicht wertvoll genug finde — sondern weil ich mich selbst manchmal nicht genug wertschätze.
Was mich an dem Zitat oben so berührt, ist der zweite Satz:
„Actually, who are you not to be?“
Wer bin ich nicht, einen fairen Preis für gute Arbeit zu verlangen?
Wer bist du nicht, deinen Platz einzunehmen?
Wer sind wir nicht, etwas zu tun, was wir können — und was Wirkung hat?
Wir sind oft so sehr damit beschäftigt, uns klein zu halten, dass wir vergessen: Wir haben Verantwortung. Wir haben Fähigkeiten. Wir haben ein Herz, das mitarbeitet. Und wir haben etwas aufgebaut, das Menschen berührt. Nicht aus Perfektion — sondern aus Hingabe.
Deshalb bin ich dankbar dafür, dass Menschen um mich herum mir immer wieder mal sagen, was ich manchmal selbst nicht sehen kann: Dass wir hier bei Yogaplus etwas Besonderes geschaffen haben. Dass Vielfalt, Qualität und Atmosphäre nicht selbstverständlich sind. Und dass es okay ist, Entscheidungen zu treffen, die diesem Wert entsprechen. Manchmal braucht es jemanden, der uns daran erinnert, dass wir nicht nur genug sind — sondern dass wir gut sind.
Und warum nicht gleich mit diesem Gedanken das alte Jahr langsam hinter uns lassen und aufs Neue vorbereiten: Für dich. – Für mich. – Für uns alle, die sich manchmal kleiner machen, als sie sind. Vielleicht ist es Zeit, uns nicht mehr zu fragen „Wer bin ich…?“, sondern eher „Warum eigentlich nicht ich?“ In diesem Sinne…
…hab eine wunderbare Vor-Weihnachtszeit!
Deine Susanne