– Note #18 – September 2026 –
„Das Leben ist wie Fahrradfahren. Um die Balance zu halten, musst du in Bewegung bleiben.“Albert Einstein
Mal ehrlich…
...wenn man versucht in Balance zu kommen, kann man dabei schonmal ganz schön rumeiern. Im letzten Blog habe ich geschrieben: „Vielleicht bin ich fertig damit, Dinge genauso zu machen wie bisher.“ Dieser Satz fühlt sich immer noch ziemlich richtig an.
Das Problem ist nur: Wenn ich einmal weiß, dass ich etwas verändern möchte, würde ich es am liebsten SOFORT verändern. Nicht irgendwann, nicht Schritt für Schritt. Am besten einmal kurz Reset drücken – und zack: alles neu sortiert. Funktioniert aber leider nicht.
Passend zu Einsteins Fahrradvergleich fährt sich meine persönliche Radtour deshalb gerade manchmal ziemlich eierig. Ich bin losgefahren, habe eine Richtung im Kopf und merke gleichzeitig: Wenn ich zu schnell in die Kurve will, fliege ich raus. Wenn ich stehen bleibe, kippe ich schnell um.
Das Social-Media-Mentoring-Projekt zum Beispiel läuft zwar gut, bringt mich aber erstaunlich oft an meine Grenzen. Fragen wie „Was macht mir eigentlich Spaß an meiner Arbeit?“ und „Was hat das mit Social Media zu tun?” bereiten mir buchstäblich Kopfzerbrechen. Dabei sollte man meinen, dass ich nach so vielen Jahren ziemlich genau weiß, was ich gerne mache. Weiß ich auch – irgendwie. Nur ist zwischen all dem, was inzwischen zu meinem Job gehört, gar nicht mehr so leicht zu unterscheiden zwischen „Was mache ich, weil es gemacht werden muss” und „Was davon würde ich mir heute noch einmal genauso aussuchen”.
Eine ziemlich deutliche Antwort darauf habe ich am vergangenen Wochenende bekommen: Bei unserem Mini-Retreat „Focus. Flow. Du.“ habe ich Stunden entwickelt, unterrichtet, erklärt, neue Ideen ausprobiert und dabei erlebt, wie daraus bei anderen Begeisterung, Freude, Neugier und manchmal sogar ein kleines Aha entstehen kann. Und ich habe gemerkt: Genau das macht mir Spaß!
Nicht nur das Unterrichten an sich, sondern mich für ein Thema zu begeistern, es zu durchdringen, etwas daraus zu entwickeln und es so weiterzugeben, dass andere etwas damit anfangen können: Das kann ich. Und das wurde mir an diesem Wochenende auch ziemlich deutlich zurückgespiegelt. Vielleicht bin ich deshalb selbst so ausgeglichen aus diesem Retreat nach Hause gekommen – obwohl ich diejenige war, die dort gearbeitet hat. ;-)
Und plötzlich ergeben auch andere Dinge mehr Sinn: Dass mich Neuroathletik gerade so begeistert zum Beispiel. Ich habe angefangen, erste Ansätze in meinen Unterricht einzubauen und erlebt, wie unmittelbar sie wirken können und wie viel Spaß es mir macht, sie zu erklären und mit Yoga zu verbinden. Im November mache ich deshalb die Ausbildung zum Neuro Basic Trainer. Kein fertig geplanter neuer Weg, aber ziemlich sicher eine Richtung, in die ich gerne ein Stück weiterfahren möchte.
Natürlich wäre mir lieber, ich könnte jetzt einmal kräftig in die Pedale treten und wäre morgen da ((Geduld gehörte noch nie zu meinen Kernkompetenzen). Aber vielleicht ist genau das gerade meine Balance-Übung: nicht schneller fahren zu wollen, als es die Strecke zulässt. Manchmal Tempo rausnehmen und genauer hinschauen, die Richtung unterwegs korrigieren und wenn es bergab geht und der Wind von hinten kommt, vielleicht auch einfach mal rollen lassen.
Nur stehen bleiben möchte ich nicht. Denn Stillstand bringt schließlich jedes Fahrrad aus der Balance.
Deine Susanne