– Note #15 – Juni 2026 –
„Die Zeit vergeht nicht schneller als früher, aber wir laufen eiliger an ihr vorbei.“George Orwell
>Mal ehrlich… laufen wir wirklich eiliger an der Zeit vorbei als früher? Bei dem Orwell-Zitat denke ich jedenfalls sofort: Ja. Und nein.
Einerseits frage ich mich ernsthaft, wie bitte schon fast wieder Sommer sein kann. Gefühlt haben wir doch eben erst mit Raclette und Sekt an Silvester gestanden — und plötzlich ist Ende Mai, die Sommerferien sind in Sichtweite und das Jahr schon wieder halb vorbei.
Andererseits muss ich sagen, seit Januar ist auch wirklich viel passiert: Skifahren. Reiterurlaub. Drei große Lauf-Events. Arbeit. Menschen. Erlebnisse. Bewegung. Pläne. Erinnerungen. Eigentlich sogar ziemlich genau das, was man immer sagt, was man tun sollte: die Zeit nutzen.
Und trotzdem frage ich mich manchmal, warum sich gleichzeitig alles so rasend schnell anfühlt. Vielleicht liegt genau darin der Widerspruch: Während wir mitten im Leben stecken, rast die Zeit scheinbar davon. Aber sobald wir zurückblicken und wirklich etwas erlebt haben, fühlt sich diese Zeit plötzlich wieder erstaunlich „voll“ an. Fast länger. Bedeutender.
Beschäftigt Dich das auch manchmal so? Dieses ständige Thema Zeit: Ungenutzte Zeit. Gut genutzte Zeit. Lebenszeit. Sich Zeit nehmen. Keine Zeit haben. Zeit verschwenden. Die „richtige“ Zeit. Oder die Frage, ob wir irgendwann später endlich Zeit für all die Dinge haben werden, die uns eigentlich wichtig sind. Und vielleicht stimmt es tatsächlich, dass wir heute eiliger an der Zeit vorbeilaufen als früher. Nicht unbedingt, weil wir schlechter leben — sondern weil es einfach unendlich viel mehr Möglichkeiten gibt. Mehr Optionen. Mehr Reisen. Mehr Input. Mehr Pläne. Mehr Dinge, die man noch machen, sehen, erleben oder optimieren könnte.
War früher deshalb alles besser? Ich glaube ehrlich gesagt nicht. Es war einfach anders. Ich persönlich liebe es, Dinge zu erleben. Zu reisen. Sport zu machen. Mich fit und gesund zu fühlen. Auf meinen Körper zu achten. Pläne zu schmieden. Erinnerungen zu sammeln. Das Leben möglichst intensiv zu nutzen — auch in der Hoffnung, dass genau das meine Lebensqualität irgendwann nicht nur verbessert, sondern vielleicht sogar verlängert. Womit wir eigentlich schon mitten im Thema Longevity wären… aber das ist vermutlich nochmal ein eigener Blogartikel.
Also was bleibt am Ende? Vielleicht einfach die Erkenntnis, dass Zeit immer relativ sein wird. Gute Zeiten vergehen schnell. Schlechte übrigens auch. Zum Glück. Vielleicht einfach die Erkenntnis, dass Zeit immer relativ sein wird. Gute Zeiten vergehen schnell. Schlechte übrigens auch. Zum Glück.
Und vielleicht ist genau das der wichtigste Gedanke überhaupt:Nicht ständig darauf zu warten, irgendwann einmal Zeit zu haben. Für Reisen. Für Träume. Für Gesundheit. Für Liebe. Für Bewegung. Für Gespräche. Für das Leben. Denn die einzige Zeit, die wir wirklich besitzen, ist jetzt.
In diesem Sinne Carpe diem
Deine Susanne